Auf ein Wort – der DSTG Landesvorsitzende zur aktuellen Lage

Wertschätzung ist ein zentraler Faktor für Motivation, Leistungsfähigkeit und den langfristigen Erfolg von Organisationen. Gerade im Arbeitsverhältnis zeigt sich besonders deutlich, welche Wirkung ein respektvoller, fairer und wertschätzender Umgang entfalten kann – oder welche Schäden entstehen, wenn dieser ausbleibt.

Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer sowie Beamtinnen und Beamte bringen täglich nicht nur ihre Arbeitskraft ein, sondern auch Zeit, Fachwissen, Engagement und Loyalität. Sie tragen Verantwortung, bewältigen steigende Anforderungen und sichern damit die Funktionsfähigkeit der öffentlichen Verwaltung. Wertschätzung bedeutet in diesem Zusammenhang weit mehr als gelegentliches Lob, welches häufig selbst Mangelware ist.

Sie zeigt sich in fairen Arbeitsbedingungen, transparenter Kommunikation, ernsthaftem Zuhören, gerechter Entlohnung sowie im respektvollen Umgang – unabhängig von Hierarchie, Position oder persönlichem Hintergrund.

Arbeitgeber stehen hierbei in einer besonderen Rolle. Sie prägen durch ihr Handeln, ihre Entscheidungen und ihre Haltung maßgeblich die Unternehmenskultur. Wertschätzender Umgang schafft Vertrauen, stärkt die Bindung an die Behörde und fördert ein Arbeitsklima, in dem Leistung gerne erbracht wird. Fehlende Wertschätzung hingegen führt häufig zu Frustration, innerer Kündigung, erhöhten Krankenständen und letztlich zu wirtschaftlichen Nachteilen für beide Seiten.

Nicht wertschätzend ist beispielsweise, auf gerichtliche Entscheidungen zu warten, obwohl schon vorher erkennbar war, dass über fast 20 Jahre hinweg die Besoldung zu niedrig bemessen war.

Nicht wertschätzend ist es weiterhin, in Tarifverhandlungen Nullrunden anzubieten und angemessene Forderungen als realitätsfern abzuwiegeln, obwohl einem der Personalunterbestand und damit die Belastung der Beschäftigten bewusst sind. Mit dem zunehmenden Personalmangel sowie den immer umfangreicher und komplexer werdenden Aufgaben wird Verwaltung und Politik unter Missachtung der Gesundheit der Beschäftigten betrieben.

Ebenfalls nicht wertschätzend ist es, Amtsleitungen und Führungskräften die letzte Möglichkeit der Motivation sowie der Belohnung von Leistung und Engagement zu nehmen. Auch wenn diese Belohnung noch so gering gewesen sein mag, war sie doch ein spürbares Zeichen.

Wertschätzung ist keine freiwillige Zugabe, sondern eine grundlegende Voraussetzung für eine nachhaltige, soziale und zukunftsfähige Arbeitswelt.